Funkloch
Aug 12th, 2008 | By DS | Category: LebenEin Telefonat stellte vor Jahren eine Besonderheit dar. Man verabredete sich zum Telefonieren, machte verbindliche Termine aus, die kurzfristig nicht ohne größeren Aufwand abgesagt werden konnten. Man fuhr mit dem Fahrrad zur nächsten Telefonzelle, warf seine Pfennige hinein und wählte die Nummer des Gesprächspartners. Zumindest bei uns zuhause auf dem Dorf war das so! Ohne Mobiltelefon, ohne ständige Erreichbarkeit scheint das Leben entspannter gewesen zu sein. Die meisten von uns können sich sicherlich nur vage an die mobiltelefonlose Zeit erinnern. Wie würde die Welt funktionieren, würden wir das Mobiltelefonnetz für zwei Tage abstellen? Manch Manager sieht es als einen Glücksfall, manch Jugendlicher findet das eine Katastrophe und viele Normaltelefonierer fühlten sich befreit. Denn was dahinter steckt, ist ein unweigerlicher, unbemerkter Zwang. Wir fahren in den Urlaub, nehmen das Mobiltelefon mit und schauen ab und zu drauf, denn es könnte eine SMS ankommen. Wer auf sein Handy im Urlaub nicht verzichten kann, weil der Zwang zu groß ist, aber eigentlich will man im Urlaub entspannen können, der sollte sich verstecken. Am besten in einem Land ohne Mobilfunkmasten. Im Magazin für Medienkultur habe ich einen netten Bericht gefunden, der sich diesem Thema etwas annimmt und telefonmastenlose Urlaubsziele beschreibt. Abschalten? Geht nicht? Doch, wenn man die perfekten Fluchtpunkte für seinen Urlaub findet. Allerdings muss man dafür nicht nach Indonesien, auf die Fidschi Inseln oder zum Nordpol reisen.