Blogosphäre und Agenda Setting II
Mai 16th, 2009 | By DS | Category: Agenda Setting„Deutsche Online-Schreiber haben ein Problem entdeckt: sich selbst. Im Vergleich zu ihren US-Kollegen fehlt es ihnen an Macht und Bedeutung, um die öffentliche Debatte mitzubestimmen. Die meisten sind unpolitisch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell.“ [Zitat, Spiegel Ausgabe Nr.30 vom 21.07.2008] Dieses Zitat sollte die deutsche Blogosphäre umschreiben und erweckte den Anreiz, diese Aussage in Bezug auf Agenda Setting zu untersuchen.
Laut der durchgeführten Blogstudie 2007 und 600 an der Untersuchung beteiligter Internetnutzer werden Blogs als relevant angesehen, weil Informationen geboten werden, die Konsumenten in anderen Medien nicht erhalten. Drei von vier Blognutzern (77%) sind dieser Meinung und 84% der an der Untersuchung teilnehmenden User vertreten den Standpunkt, dass durch Blogs Insiderwissen an die Öffentlichkeit gelangt. In der Bedeutung von Blogs für die Meinungsbildung ist deren Einfluss auf die öffentliche Meinung umstritten. Die Hälfte der Blognutzer (53,8%) meinen, dass Bloginhalte gesellschaftliche Veränderungen bewirken können und 41,1% widersprechen dem. Die ebenso in 2007 durchgeführte „media studie” mit der Befragung von 1.195 Journalisten zu Weblogs ergab, dass diese nur partiell an der Blogosphäre teilnehmen. 19% der Befragten sind bei einem Onlinemedium tätig. Zur Themenfindung nutzen 44% der Journalisten Blogs gar nicht, 30% eher selten, 20% gelegentlich und 5% häufig. Ähnlich zeigte sich das Ergebnis auf die Frage, ob Journalisten Blogs als journalistische Quelle nutzen.
Die Meinungen über Blogs in Deutschland bzgl. Einflussnahme auf die Themenfindung gehen zwischen Internetnutzern und Journalisten weit auseinander, gleichwohl in den letzten Jahren Themen aus Blogs nachweislich den Weg in die Online Printmedien fanden.