Paul Nipkow

Mai 19th, 2009 | By DS | Category: nachgedacht

An einem Samstag, an dem man nie weiß „…regnet es jetzt oder regnet es nicht…“, ist ein Museumsbesuch je nach Art der Ausstellung eine Bereicherung. Am vergangenen Wochenende war Schluss mit der Sonderausstellung „Stolpersteine“ im Museum für Kommunikation in Frankfurt. Neben dieser Ausstellung gibt es die Dauerausstellung (Sammlung) zur Geschichte des Fernsehens. Ein Bild zu Anfang zeigt eine der ersten Fernsehansagerinnen, Else Elster, auf einem Foto und im Hintergrund blitzt der Name des Fernsehsenders auf „Paul Nipkow“. Dieser Name klang natürlich wie Musik in meinen Ohren, da ich sofort die Nipkowscheibe vor meinem geistigen Auge sah. Auf die 1-Mio-Frage was Paul Nipkow erfunden hat, hätte ich ohne die Auswahlmöglichkeiten a, b, c oder d abzuwarten, direkt von der Pistole erschossen die Antwort „Nipkowscheibe“ herausgeflötet. Natürlich mit der Erklärung wie diese denn funktionierte, auch wenn das niemanden interessiert.

[Quelle:Technikskript FH Wiesbaden]

Eigentlich könnte ich mir eine solche Nipkow-Scheibe im heimischen Wohnzimmer selbst bauen. Ich müsste nur darüber nachdenken, wie ich die Scheibe für 25 Bildern pro Sekunde auf 990 km/h antreiben kann. Denn nur bei dieser Geschwindigkeit entstehen die 25 Bilder/s. Vielleicht sollte ich auch vorher mein Wohnzimmer leer räumen.

Wenn man überlegt, dass Nipkow die Scheibe 1883 erfunden hat, sie im Januar 1885 beim Patentamt Berlin anmeldete, sie nur zu Papier brachte und nie selbst baute. Niemand interessierte sich für das Patent, so verfiel es nach 15 Jahren. Als aber nach dem ersten Weltkrieg die Bemühungen um die elektrische Übertragung von Bildern losgingen, tauchte Nipkow wieder auf mit einem neuen Patent. Die ersten Fernsehübertragungen arbeiteten mit der so genannten Nipkow-Scheibe. Doch nachdem sich die elektronische Bildabtastung durchsetzte, verschwand im Fernsehbereich die Erfindung von Nipkow.

Der erste öffentliche Fernsehsender der Welt startete 1935 unter dem Namen „Fernsehsender Paul Nipkow“. Der deutsche Fernsehpionier Nipkow wurde mit seiner Generalidee Ehrenpräsident und erhielt von der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt (a. Main) die Ehrendoktorwürde der Naturwissenschaften.

Seit dem Wochenende kann ich kaum noch schlafen, nicht weil mir Paul Nipkow oder Else Elster den Kopf verdreht haben. Nein, ich überlege mir eine Erfindung, die die Welt noch nicht gesehen hat. Schwierig ist das schon, da wir in unserer Gesellschaft an Konsumüberfluss leiden, also was kann noch erfunden werden? Wenn wir das wüssten, dann wäre es wohl schon erfunden. ;)

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